kreative Kinder

Ist Kreativität eigentlich wichtig?

Kreativität ist doch eigentlich gar nicht wichtig, oder? Das bisschen malen und basteln, was soll einem das Nutzen? Tja, genau genommen ist das etwas total wichtiges. Wenn man bedenkt, dass sich die einzelnen Bereiche nie losgelöst voneinander entwickeln, ist die Entwicklung der Kreativität sogar enorm wichtig.

Als erstes sollte man sich klar machen, daß damit nicht ausmalen oder nach Schablonen Dinge ausschneiden und zusammenkleben gemeint ist – das ist nicht kreativ sondern schlicht und ergreifend das trainieren motorischer Fähigkeiten. Kreativ sein bedeutet experimentieren, ausprobieren, sich etwas vorstellen, Lösungswege finden etwas erschaffen und das ist für die komplette kognitive Entwicklung sehr wichtig. Jemand, der sich kreativ betätigen darf, lernt so viel mehr als nur malen und basteln. Er begreift Dinge im wahrsten Sinne des Wortes, erlebt sich selbst als “Erschaffer”, erfährt seine Selbstwirksamkeit, lernt mit Frustration umzugehen (wenn es z. B. nicht so klappt wie erwartet), lernt sinnlich – also mit allen Sinnen. Er lernt Dinge auszuprobieren, sich etwas zuzutrauen, Lösungen zu finden – sozusagen um die Ecke zu denken.

Ein Kind, das sich kreativ betätigen kann, macht mathematische und physikalische Grunderfahrungen, lernt etwas über verschiedene Zustände von Materialien (flüssig, fest, klebrig, matschig, usw.), lernt damit umzugehen und kann das alles am eigenen Leib erfahren – und genau das brauchen Kinder. Sie lernen ausschließlich über Dinge, die sie selbst erfahren, erfühlen – im wahrsten Sinne des Wortes begreifen können. Sie können hundert Mal ein Bild von einem Baum sehen – was ein Baum wirklich ist, lernen sie nur, wenn sie ihn in der Realität sehen, wenn sie ihn berühren können, wenn sie ihn riechen, hören, wie der Wind in den Blättern raschelt usw. Und genauso ist es mit allem anderen. Entwicklungspsychologen sagen nicht umsonst, dass eigentlich die wichtigsten Fächer in der Schule eigentlich Kunst, Musik und Sport sein müssten.

… Und was ist, wenn man schon erwachsen ist? Und mit diesem ganzen Zeug nix am Hut hat? Das Schöne an unserem Gehirn ist, dass es sich ein Leben lang weiterentwickelt. Auch als Erwachsener, absolut unkreativer Mensch kann man das lernen. Natürlich kann mann es nicht sofort – genauso, wie ich nicht ein Buch auf italienisch lese und es sofort verstehe. Man muss es üben, kann sich verschiedene Techniken aneignen usw. Aber das Allerwichtigste ist, man muss sich trauen!

Die Hemmschwelle bei uns Erwachsenen ist enorm groß. Fast jeder sagt sofort entschuldigend “Ich kann nicht malen” oder ähnliches. Dabei stimmt das nicht. Jeder kann malen, manche Menschen sogar mit den Füßen. Dass das, was wir malen unserem eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird, liegt nur daran, dass uns die Übung fehlt. Aber mit einfachen Mitteln kann jeder, wirklich jeder schnell zufriedenstellende Ergebnisse “zaubern”. Also, traut euch, probiert es einfach aus, das ist es auf jeden Fall wert.

[Nina]

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