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Womit male ich? (Teil 1)

Wenn man malen möchte, braucht man Farben.
Doch damit fängt das Chaos an – es gibt so viele verschiedene Farben und Techniken, welche ist die Beste… welche ist für mich geeignet?

Fragen über Fragen und wer auf eine einfache Antwort hofft, den muss ich enttäuschen. Es gibt nicht die eine, einfache Antwort, es hilft nur ausprobieren, denn jedem liegt etwas anderes und was für mich super funktioniert, kann für jemand anderen gar nichts sein.
Einen Tipp kann ich aber zuerst einmal geben – egal wofür du dich entscheidest – wenn du dich wirklich intensiver mit dem Malen beschäftigen möchtest, müssen es nicht unbedingt die teuersten Farben sein, nimm aber besser auch nicht die billigsten Farben.
Worauf du achten solltest, darauf gehe ich bei den einzelnen Farben nochmal genauer ein.
Gemalt werden kann unter anderem mit:
Aquarellfarben, Acrylfarben, Ölfarben, oder Tempera, außerdem gibt es noch Pastellkreide, Buntstifte / Aquarellbuntstifte und Brushpens.

Aquarellfarben
Die wahrscheinlich am häufigsten verwendeten Farben sind Aquarellfarben (Watercolors).
Achtung, Aquarellfarben sind keine Kindertuschfarben!

Aquarellfarben und Brushpens
Aquarellfarben sind relativ ergiebig, einfach zu nutzen und vor allem Anfängern relativ vertraut – weil sie ähnlich sind, wie Wassermalkästen aus unserer Kindheit.
Dennoch sind sie keine einfachen Tuschfarben und auch wenn es einige Gemeinsamkeiten gibt, sollte man sich mit den Besonderheiten dieser Farben vertraut machen.
Generell malt man Aquarellfarben mit Wasser und Pinsel, sie sind mischbar und verlaufen schön, aber man braucht spezielles Aquarellpapier. Normales weißes Papier ist viel zu dünn und kann die benötigte Wassermenge nicht vertragen.
Aquarellpapier ist wesentlich dicker und rauer als normales Malpapier. Das ist nötig, weil man Aquarellfarben mit sehr viel Wasser malt (oder “Nass in nass”), das Papier muss das Wasser also aufnehmen können. Die Struktur hilft dabei, dass die Farbpigmente sich schön auf dem Papier verteilen – ist das Papier zu glatt, werden die Pigmente beim Trocken an die Ränder gezogen und setzen sich dort ab (so ähnlich, wie Kaffee flecken) . Das kann zwar auch ganz hübsch aussehen, ist aber nicht immer gewollt.
Durch das Wasser wellt sich das Papier beim Malen. Um das zu verhindern, kann man es (nachdem es gewässert, also mit einem Schwämmchen befeuchtet wurde) spannen. Dazu wird es mit Kreppband auf eine Unterlage (z. B. Pappe) geklebt. Wahlweise kann man geleimtes Papier kaufen – dieses Papier ist ringsum verklebt (abgesehen von einem kleinen Eckchen) und muss mit einem Messer vorsichtig abgelöst werden – unter Umständen sehr frustrierend, wenn man dabei versehentlich in sein Kunstwerk schneidet.
Ansonsten muss man einfach damit leben, dass das Blatt sich wellt – zu Not kann man sein Bild nach dem Trocknen zwischen Büchern pressen, oder es vorsichtig (mit geringer Temperatur und einem Tuch dazwischen) bügeln. Ich habe meine Bilder allerdings noch nie gebügelt, ich finde, die leichte Welligkeit gehört bei Aquarellen einfach dazu.
Bei den Farben sollte man dringend darauf achten, dass sie “lichtecht” sind, denn sonst kann es passieren, dass das Bild im Laufe der Zeit ausbleicht und im schlimmsten Fall komplett verschwindet.
Bei billigen Farben kann es passieren, dass die Pigmente nicht fein genug gemahlen sind, so dass die Farbe nicht schön satt und gleichmäßig aussehen, sondern irgendwie krümelig und ungleichmäßig aussehen.

Wasservermalbare Brushpens (Achtung – es sind nicht alle wasservermalbar!) sind eine interessante Alternative zu echten Aquarellfarben, da man sie leichter mitnehmen kann (ich male häufig unterwegs mit Brushpens) und Mit Hilfe z. B. von Wassertankpinseln ähnlich wie Aquarellfarben vermalen kann. Man sollte aber unbedingt vor dem ersten Bild testen, wie sich die Farben verändern, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Bei manchen Stiften verändern sich die Farben beim Verdünnen.
Auch bei Brushpens sollte man unbedingt auf Lichtechtheit achten!
Für Aquarellfarben (und zum wasservermalen von Brushpens) benutzt man Haarpinsel, denn diese nehmen am Besten genügend Wasser auf, um die Farben optimal zu nutzen.


Acrylfarben
Eine weitere sehr beliebte, weil sehr flexibel einsetzbare Farbe ist die Acrylfarbe.
Acrylfarbe gibt es in Tuben, oder Flaschen. Sie sind ebenfalls mit Wasser vermalbar und gut mischbar. Mit viel Wasser erreicht man eine ähnliche Struktur, wie bei Aquarellfarben – leicht transparent und ineinander verlaufend. Mit weniger Wasser erreicht man eine dicke Konsistenz, ähnlich wie bei Ölfarben – nicht mehr verlaufend und dick.
Acrylfarben sollte man nicht zu stark verdünnen, da das bindende Polymer irgendwann nicht mehr binden kann und der Farbfilm instabil wird. Dadurch können die Farben unschön fleckig werden.
Wenn man trotzdem mit eher flüssigen Farben arbeiten möchte, kann man spezielle Acrylbinder benutzen, um die Farbe zu verdünnen.
Genauso kann man die Farbe mit Strukturpasten u. ä. mischen, wenn man Bilder mit viel Struktur malen möchte.
Acrylfarben kann man sowohl mit Haar-, als auch mit Borstenpinseln vermalen, sollte die Pinsel aber direkt gründlich auswaschen, denn wenn die Farbe getrocknet ist, lässt sie sich nicht mehr auswaschen!
Außerdem kann man sogenannte Malmesser, sowohl zum Malen, als auch zum Mischen der Farben verwenden.
Bei Acrylfarben kannst du nicht viel falsch machen und auch problemlos – gerade zu Beginn – auf billige Farben zurückgreifen. Vor allem Farben wie Schwarz und Weiß kaufe ich häufig in großen Tuben, in Billig Läden.
Insgesamt sind Acrylfarben unglaublich vielseitig und ich persönlich nutze sie sehr gerne.



Ölfarben
Ölfarben sind die wahrscheinlich bekanntesten Farben, denkt man an Malerei. Sie sind allerdings nicht ganz so einfach zu verarbeiten, wie Aquarell – oder Acrylfarben.
Das Wichtigste: Ölfarben kann man weder mit Wasser verdünnen, noch auswaschen. Da die Farbe (wie der Name schon sagt) auf Öl basiert, braucht man Terpentin zum Auswaschen und Verdünnen. Ölfarbe trocknet sehr langsam – das ist natürlich von Vorteil, wenn man über mehrere Tage an einem Bild malt. Man kann am nächsten Tag (oder auch ein paar Tage später) einfach weitermachen, ohne das die Farbe bis dahin vollständig getrocknet ist.
Der Nachteil ist, dass man auch noch Tage (oder Wochen) später Macken ins eigentlich fertige Bild bekommen kann, wenn man aus Versehen dran kommt (oder die Katze drüberläuft).
Außerdem sollte man für ausreichende Belüftung sorgen, denn schon durch das Terpentin wird das Malen zu einer ziemlich geruchsintensiven Angelegenheit.
Ölfarben malt man mit Borstenpinseln oder Malmessern. Die Farbe ist eher dickflüssig und bleibt von der Struktur stabil – sie zieht sich also beim Trocknen nicht glatt!
Du kannst Ölfarben mit Terpentin verdünnen, je stärker du die Farbe verdünnt, desto weniger deckt sie – daran solltest du immer denken.
Für Ölfarben brauchst du Leinwand, Malkarton, oder spezielles Ölpapier. Die meisten Leinwände und Kartons, die man kaufen kann, sind schon mit einem Malgrund vorbereitet, sodass man direkt losmalen kann. Sollte das aber nicht der Fall sein (z. B. weil du selbstgespannte Leinwand verwendest), musst du deine Leinwand unbedingt mit einem Malgrund vorbereiten, sonst wird die Ölbasis zu stark aufgesaugt.
Du solltest auch deine Malumgebung gut abdecken und auch deine Kleidung schützen – Ölfarben ist von vielen Unterlagen und auch aus Kleidung so gut wie gar nicht mehr zu entfernen. Wenn mal etwas daneben gehen sollte, wische den Fleck möglichst sofort mit Hilfe von etwas Terpentin weg – so ist die Chance am Größten, dass du ihn entfernen kannst.

Fortsetzung folgt…

[Nami]

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